10 – 2015 – Frühlingsausstellung – Residenzarchitektur

2015-03 – Frühlingsausstellung – Residenzarchitektur


Foto: OTZ-Ch.Freund

Frühlingsträume im Unteren Schloss – Residenzarchitektur

OTZ 16.03.2015 – Christian Freund
Greiz. „Vor zehn Jahren fand die erste Frühlingsausstellung in den Räumen des Greizer Unteren Schlosses statt. In diesem Jahr widmet sich die Sonderausstellung dem Thema Residenzarchitektur“, erklärte Bürgermeister Gerd Grüner (SPD) gestern in seinen Begrüßungsworten anlässlich der Eröffnung dieser Präsentation, die von den Fotografen des Greizer Fotoclubs und der Floristin Yvonne Täubert gestaltet wurde. Das Stadtoberhaupt erinnerte daran, dass es in Greiz über 200 Einzeldenkmale gibt, die es für nachfolgende Generationen zu erhalten gilt.
Die Fotografien zeigten auch die heutige Nutzung der Schlösser für die Allgemeinheit. Besonders deutlich zu sehen ist das beim Oberen Schloss, das einst Archiv- und Verwaltungsräume beherbergte und heute ebenso wie das Untere Schloss als Museum zur Verfügung steht.
„Die Residenzarchitektur prägt bis heute das unverwechselbare Stadtbild von Greiz. Durch die Bewahrung des Gesamtensembles ist Greiz heute ein einzigartiges Beispiel kleinstaatlicher Residenzarchitektur und offenbart in den Schlössern bauhistorische Zitate von der Romantik über Renaissance, Barock, Klassizismus, Historismus bis zum Jugendstil“, schwärmte Museumsleiter Rainer Koch, der unterstrich, dass diese in den Fotografien abgebildeten Bauwerke Zeugnisse der über 700- jährigen Geschichte als Residenz- und Landeshauptstadt der Vögte, Herren, Grafen sowie der Fürsten Reuß Ältere Linie sind.
Insbesondere die beiden Residenzschlösser sowie der Fürstliche Park samt Sommerpalais, abgelichtet aus den verschiedensten Perspektiven, Jahreszeiten und Lichtstimmungen, bilden den Mittelpunkt der über 100 Fotografien, die auch einzigartige Details widerspiegeln. Sie laden auch etwa zum Entdecken von Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäuden ein.
Dass die ehemalige Residenzstadt Greiz von repräsentativen Bauten geprägt ist, die einen ganzheitlichen Blick auf den kleinstaatlichen Residenzcharakter bieten, stehe heute noch für Exklusivität, wie die Fotografien beweisen, betonte Jörg Metzner, Mitarbeiter der Unteren Denkmalschutzbehörde. Historiker Christian Espig vom Museumsförderverein unternahm mit den Besuchern eine gedankliche Reise in die Residenzstädte der Welt und resümierte: „Greiz war bis 1918 eine europäische Hauptstadt, klein aber funktional, alles war da…“.
Mit passend zum Thema gewählten Titeln beendeten Matthias Härtig (Trompete) und Anita Rott (Flügel) den offiziellen Teil der Eröffnungsveranstaltung und luden zum Rundgang durchs Museum ein. Die Betrachter schätzten die Vielzahl der individuellen und persönlichen Perspektiven und Blickwinkel der Fotografen, die Bekanntes und Unbekanntes offenbarten. Historische Fotografien und Objekte aus den Sammlungen der Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz bilden einen geschichtlichen Bezug zu den ausgestellten Aufnahmen.
Anerkennende Worte fanden die frühlingshaft gestalteten Gestecke, Gebinde und Flächengestaltungen zum Thema Residenzarchitektur von Yvonne Täubert, die, wie sie verriet, vor fünf Wochen mit der Ausarbeitung des Konzeptes begann.
„Die ausgestellten Fotografien sind ein gelungener Mix mit teils einzigartigen Ansichten“, freute sich Silke Baumgarten aus Königswinter bei Köln, die gegenwärtig einige Tage in Greiz verbringt.

2015-Ausstellung Residenzarchitektur