01 – 2008 – Fotoausstellung im Kreis-Kranken-Haus Greiz „Zeit-Raum-BUGA“

Ein kleiner Rückblick über die BUGA 2007 in Gera und Ronneburg soll in dieser Ausstellung gezeigt werden.

Laudatio

Ich freue mich, daß doch so viele Interessenten den abendlichen Aufstieg hierher gefunden haben.
Zunächst einmal möchte ich der Leitung und den Mitarbeitern des Krankenhauses für die Möglichkeit danken, unsere Bilder hier in der Magistrale der Öffentlichkeit vorzustellen.
Als Fotoclub Greiz e.V. haben wir 1996 unserer erste Ausstellung gestaltet – und wie wir seit 14 Tagen wissen, wurde hundert Jahre zuvor, im Jahr 1896, in Greiz ein Verein der Freunde der Photographie gegründet.
Diese Information verdanken wir dem Fotografenmeister Deylig, der uns freundlicherweise eine alte Fotomappe mit einigen Aufnahmen dieses Vereins aus den zwanziger Jahren überlassen hat – an dieser Stelle sagen wir dafür recht herzlichen Dank.
Ich denke, daß wir diese Aufnahmen im nächsten oder übernächsten Jahr in geeigneter Form der Öffentlichkeit vorstellen werden.

Heute präsentieren wir unsere nunmehr 6. oder 7. große Ausstellung. Das soll nicht heißen, daß wir des Zählens unkundig wären – aber ab wann ist eine Ausstellung groß. Für unseren Fotoklub jedenfalls mit derzeit 12 Mitgliedern, die überwiegend berufstätig sind, ist eine Ausstellung mit 30 Bildern schon recht groß.
Was wollen wir als Fotoklub mit unseren Bildern und Ausstellungen erreichen.
Fotografie ist eine weites Feld. Das umfaßt große Kunst und Kitsch, Information und Desinformation, Dokumentation und Fälschung – und alles was dazwischen liegt.
Fotografieren war noch nie so einfach wie heute – es gibt eine Vielzahl preiswerter Fotoapparate mit Automatikfunktionen, so daß sich um Belichtung oder Scharfeinstellung niemand kümmern muß.
Die digitale Technik erlaubt sofortige Kontrolle und Wiederholung, der Rest wird bei Bedarf am Computer erledigt.
Worin liegt also heute der spezielle Reiz der Fotografie, was ist die Herausforderung für unsere Vereinsarbeit.
In unserer hektischen Zeit zählt oftmals nur noch Zeit und Leistung, alles soll schnell und immer schneller geschehen und noch dazu perfekt sein.
Wir nehmen unsere Umwelt fast nur noch auf dem eiligen Weg von A nach B wahr, und wenn wir doch mal stehen bleiben und uns erstaunt umsehen, ist es im Stau auf der Autobahn.
Mit unseren Bildern wollen wir dazu anregen, die Welt um uns herum wieder bewußter wahrzunehmen, an den vielen Details nicht einfach nur vorüberzugehen.
Ungewöhnliche Perspektiven und Blickwinkel erkunden, Großes klein und Kleines groß darstellen, auch mal ein wenig provozieren: zusammenfügen, was nicht zusammengehört – jedenfalls die Welt auf andere, auf ungewohnte Art und Weise wahrnehmen und andere daran teilhaben lassen – das ist es, was wir erreichen wollen.

Die Fotografie als Mittel zu bewußten Wahrnehmung einsetzen.